Marokko
Schalen, Sand & Schieflage
Wir standen am Strand. Nicht auf Sand. Nicht auf Kies. Sondern auf ungefähr acht Milliarden Schnecken- und Muschelschalen.
Kurz fühlten wir uns wie in einem Meeresmuseum ohne Eintrittskarte. Dabei hat das Ganze einen ziemlich epischen Hintergrund: Früher war hier Meer. Der Meeresspiegel war höher, das Wasser kam weiter rein – und als es sich wieder zurückzog, hat es einfach alles dagelassen. Was heute 10–30 Meter über dem Meer liegt, war früher erste Reihe mit Wellenkontakt.
Am Tag drauf fuhren wir weiter. Weil: Strandpiste. Atlantik. Freiheit. Und weil man bei solchen Aussichten einfach nicht umdreht.
Die Abfahrt war… sagen wir… sportlich. Wir standen schiefer als ein schief aufgehängtes Bild im Altbau. Aber der Mann blieb cool. Lenken. Gas. Gefühl. Zack – „der Dicke“ war wieder gerade. Ich hingegen brauchte erstmal Pulsregulierung.
Mittagessen am Meer. Traumhaft. Nur die kleine Frage: Kommt die Flut und nimmt uns einfach mit? Bevor wir unfreiwillig zu Atlantikbewohnern wurden, fuhren wir lieber wieder hoch.
Und dann kam sie: Die legendäre Strandpiste. Oben auf dem Kies – alles easy. Unten dann: Plage Blanche. Oder wie wir sie nannten: „Plage Ordures“.
Was da alles liegt! Kanister, Fischernetze, Flaschen, Schuhe… Wenn man lange genug sucht, findet man wahrscheinlich noch einen verlorenen Toaster. Das Meer hat offenbar ein sehr eigenwilliges Deko-Konzept.
Wir fuhren weiter Richtung Süden. Dünen vor uns. Lagunenwasser links. Atlantik rechts. Abenteuer hinten. Mehrfach ausbuddeln inklusive.
Irgendwann beschlossen wir, die Bauernspur zu nehmen. Von oben sah alles halb so wild aus. Unten war es dann… weniger halb. Aber: Wir wollten sicher stehen. Nachtlager. Fertig.
Lagerfeuer an. Kochen. Bierchen. Sonnenuntergang. Absolute Magie. Und dann…Mücken. Nicht ein paar. Eine organisierte Luftwaffe.
Rückzug ins Auto. Film an. Fenster zu. Würdevolles Scheitern.
Zwischendurch kam noch das Militär vorbei. Pässe fotografiert. Freundlich genickt. Weitergezogen.
Statt weiter nach Tan-Tan entschieden wir uns für Sidi Ifni. Und das war Gold richtig.
Sidi Ifni – kleines Paradies. Ruhig. Surfer. Sauberer Blick aufs Meer. Wäsche weht im Wind wie in einer Shampoo-Werbung.
Wir zufrieden. Auto sandig. Herz voll.
Safran, Schlangen & Special Price – Unser Marrakesch-Wahnsinn
Unsere Reise begann ganz stilvoll im Safranparadies von Christine Ferrari nahe Marrakesch. Eine Baslerin, die sich dachte: „Schweizer Präzision, aber bitte mit Safran und Sonne.“ Sie hat sich dort wirklich ein kleines Paradies geschaffen. Wir bekamen eine Kneippkur – plötzlich wateten wir motiviert durchs kalte Wasser – und durften uns anschließend durch köstliche Snacks probieren. Natürlich verließen wir das Anwesen nicht ohne Safran.
Danach ging es auf einen Campingplatz bei Marrakesch. Erstmal ins Hamam – einmal gründlich durchgeschrubbt, bis selbst die letzten Reisegedanken abgeblättert waren – und anschließend eine Massage. Wir fühlten uns danach wie neu foliert.
Bei unseren Spaziergängen traf uns dann der emotionale Tiefschlag: ein kleiner Welpe. Am nächsten Tag waren es zwei. Zwei hungrige, flauschige Herzensbrecher. Wir hätten sie am liebsten eingepackt. Stattdessen spendierten wir ihnen zumindest eine Wurmkur. Nicht ganz Adoption, aber immerhin medizinische Unterstützung auf Zeit. Unser Herz blieb trotzdem bei ihnen zurück.
Nach drei Nächten holten wir Toni und Luca vom Flughafen ab, bezogen ein Riad nahe der Medina und kurz darauf kam auch Eva dazu – jetzt war die Reisegruppe komplett. Also rein ins Getümmel von Marrakesch.
Diese Stadt ist wie ein Dauerverkauf mit Lautsprecher. Überall hört man: „My friend! Special price!“ Und dieses „Special“ scheint flexibel dehnbar zu sein. Angeblich ist alles handgemacht, original und selbstverständlich das letzte Stück dieser Art auf dem gesamten Kontinent. Wer nur Marrakesch kennt, glaubt irgendwann wirklich, dass jeder Händler einen Künstleronkel im Hinterzimmer sitzen hat.
Die Paläste beeindruckten mit wunderschönen Mosaiken und filigranen Gipsverzierungen – architektonisch ein Traum. Nur Möbel scheint man dort nicht zu kennen. Im Vergleich zur Alhambra fehlte uns ein bisschen das wohnliche Extra.
Auf dem berühmten Platz Djemaa el Fna begegneten uns Schlangenbeschwörer, Affen mit Kostümen und Essensstände in allen Variationen. Aus dem Gerberviertel zog ein Duft herüber, der selbst unserer abgehärteten Reise-Nase kurz die Kündigung nahelegte. Vor unserer Unterkunft fand regelmäßig Markt statt – eine Art kreatives Recyclingzentrum. Vieles kaputt, aber offenbar noch voller Möglichkeiten. Es ist unser europäischer Sperrmüll.
Kurz vor Abreise stießen auch Addi und Steffi aus der Wüste zu uns. Steffi flog zurück nach Berlin, während Addi sich mit ordentlich Tempo Richtung Stuttgart aufmachte.
So anstrengend Marrakesch auch war – mit Freunden ist selbst das Chaos ein Erlebnis. Luca und Toni krönten alles noch mit einer spektakulären Ballonfahrt. Nach neun Tagen waren wir dann aber doch bereit für weniger Trubel und mehr Natur.
Nach langer Fahrt erreichten wir schließlich den Strand südlich von Agadir. Meer, Wind, Ruhe. Keine Preisverhandlungen. Keine Kobras. Nur Wellenrauschen – und ganz viel Erleichterung.
Ouarzazate, Hollywood, Moses & Hühnchenspieße
Wir fuhren nach Ouarzazate. Schon auf dem Weg hatten wir unseren ersten Moment für die Kategorie „kleine Geste, große Wirkung“: Ein Ziegenhirte stand am Straßenrand und zeigte verzweifelt auf seine leere Flasche. Wasser überreicht – Hirte glücklich – Karma-Konto aufgefüllt.
In Ouarzazate angekommen, schlenderten wir durch alte Lehmmauern, die aussahen, als hätten sie schon mehr Filme gesehen als wir zusammen. Danach ging’s ins Kino-Museum. Abends gab es Pizza (Hollywood-Diät) und wir fuhren hinter die Atlas Studios zum Schlafen. Stilvoll. Fast.
Am nächsten Tag dann: Filmgeschichte zum Anfassen. In den Atlas Studios wurden Game of Thrones, Kleopatra, Gladiator, Queen of the Desert und gefühlt die halbe Menschheitsgeschichte gedreht. Die Kulissen sind so aufwendig, dass man sich fragt, warum man überhaupt noch nach Rom, Jerusalem oder ins alte Ägypten reisen sollte – Ouarzazate reicht völlig.
Viele Marokkaner spielten hier als Nebendarsteller mit. Wir bekamen sogar eine Einführung in die Kameraführung. Sehr professionell. Sehr lustig. Sehr wenig Talent unsererseits.
Highlight des Tages: Ein Amerikaner, verkleidet als Moses, lief mit einer Wasserflasche über den Marktplatz. Ironie-Level: biblisch.
Danach fuhren wir noch zur alten Horror-Tankstelle, wo The Hills Have Eyes gedreht wurde. Unser Dicker lief mit einem Kamelknochen herum und sah so authentisch aus, dass man ihn direkt als Statisten hätte buchen können. Ohne Maske. Ohne Drehbuch.
Weiter ging es nach Aït Ben Haddou, ein wunderschönes Lehmdorf, in dem noch sechs Familien in der Kasbah leben. Wenn hier gedreht wird, ziehen sie einfach aus und machen zwei Wochen Urlaub. Ehrlich gesagt: bester Deal ever. Auch hier wurden Game of Thrones und Gladiator gedreht – offenbar war halb Hollywood schon hier, nur wir waren spät dran.
Das Dorf ist so bekannt, dass täglich Kleinbusse voller Menschen aus Marrakesch angekarrt werden. Wir waren schlau, früh unterwegs und fertig, bevor die Invasion begann. Pro-Tipp: immer schneller sein als die Reisegruppen mit Basecap.
Dann ging es die wunderschöne Straße nach Télouet hinauf. Eigentlich wollten wir die Kasbah anschauen. Tatsächlich stiegen wir aus und sollten sofort Teppiche, Souvenirs und vermutlich auch noch eine Ziege kaufen. Jeder redet gleichzeitig auf einen ein. Am Ende retteten wir uns mit einem Cappuccino und fuhren einfach weiter über den Pass.
Zum Abschluss: Hühnchenspieß am Straßenrand (immer eine gute Idee), Parkplatz in einer kleinen Nebenstraße, schlafen.
Eine herrlich ruhige Nacht. Keine Händler. Kein Moses. Kein Filmteam. Perfekt.
Sand, Skorpione und Sonnenbrillen – eine ganz normale Woche in der Wüste
In den Dünen aufzuwachen ist ungefähr so, wie man sich Freiheit vorstellt – nur mit mehr Sand an Stellen, an denen Sand absolut nichts verloren hat. Egal. Erstmal alle duschen. Danach eine Runde Bogenschießen. Zielscheibe: eine Düne. Trifft man eh nie zweimal dieselbe Stelle, aber Hauptsache heroisch aussehen.
Über den Nomadenplatz ging es in den Rundkurs bei Merzouga. Esel, Dromedare und wir – alles im perfekten Licht des Sonnenuntergangs. Instagram hätte geweint vor Glück. Das Militär allerdings nicht. Die fanden unsere Route weniger poetisch und verweigerten uns freundlich, aber bestimmt die Durchfahrt. Also Plan B: zurück, ins Flussbett, irgendwie auf die andere Seite. Abenteuer lebt von Improvisation. Oder von Umwegen.
Wir fanden später einen wunderbaren Schlafplatz – schön versteckt, damit uns niemand erspähen konnte. Feuer an, Sterne an, Wüste an. Am nächsten Morgen dann die erste Begegnung der dritten Art: ein Skorpion unter dem Kochtopf. Eigentlich ein schönes Tier. Wenn man ihn nicht gerade beim Frühstück entdeckt.
Weiter ging’s, und plötzlich stand da ein Beduine, der nur eine Sache wollte: eine Sonnenbrille. Wir hatten tatsächlich noch eine alte dabei. Er war glücklich. Wir bekamen dafür einen schönen Stein. Wertanlage? Emotional auf jeden Fall.
Zurück in Merzouga schauten wir uns noch ein kleines Kunstatelier an – Kultur muss sein – bevor es weiter zum Tafelberg ging. Kochen, Lagerfeuer, Mondlicht. Romantiklevel: Sahara.
Am nächsten Morgen meldete sich Addis Reifen. Ein Stück Holz hatte sich durchgebohrt und beschlossen, dort zu wohnen. Also Reifen flicken. Währenddessen reparierten die anderen noch dies und das, weil irgendwas ja immer ist. Dann weiter. Zwischendurch Snack. Offroadfahren macht hungrig. Und staubig. Und hungrig.
Kurz vor Ende der Piste übernachteten wir nochmal. Alle müde, keiner hatte Lust, die Reifen wieder aufzupumpen oder sich von einem halben Dorf neugieriger Kinder umlagern zu lassen. Entscheidung: schlafen.
Am nächsten Tag nahmen wir es dann sportlich, fuhren den Rest Vollgas nach Zagora zurück und landeten beim Pistenkuh-Treffen. Viele sehr große, sehr teure Overlander. Schön anzusehen. Wir hielten uns lieber an die kleinen – gleiche Staubfarbe, bessere Geschichten.
Zwei lustige Tage, tonnenweise Erfahrungsaustausch und jetzt… müssen wir erstmal waschen. Alles. Mehrfach.
Chorizo, Rallye und der Dicke im Sand
Auf dem Campingplatz trafen wir Robert. Robert hatte ein Auto. Also theoretisch. Praktisch hatte es ein Problem. Die Jungs waren natürlich sofort hilfsbereit – schließlich sind wir unterwegs immer Mechaniker, ob wir wollen oder nicht. Robert zeigte sich erkenntlich: mit hervorragender Chorizo und ein paar Bier. Problemlösung auf internationalem Niveau.
Am nächsten Tag ging’s erst mal zum Souk. Prioritäten setzen. Essen finden. Danach startete unsere große Mission: Werkstätten abklappern auf der Suche nach einem neuen Kompressor. Nicht, weil unserer kaputt wäre – nein – sondern weil er so langsam ist, dass man in der Zeit locker einen Kaffee kochen kann. Leider fanden wir keinen Kompressor, dafür aber etwas viel Wichtigeres:
Wir mussten als Fotomodelle für die Garage Iriki herhalten. Reparatur hin oder her – der PR-Dude akzeptiert kein Nein. Lächeln. Klick. Karriere als Werkstatt-Testimonial freigeschaltet.
Dann ging’s weiter auf die nächste 280-km-Piste. Nach einer gefühlten Ewigkeit aus nichts, noch mehr nichts und ein paar Dromedaren stolperten wir plötzlich mitten in eine Rallye. Kurz anhalten, gucken, Rettungshubschrauber bestaunen, weiterfahren. Ganz normaler Dienstag.
Addi hatte dann noch einen richtig starken Spot für die Nacht gespeichert: endlose Weitsicht, tief unten winzig klein die Rallye-Autos. Einige verfuhren sich sogar zu uns hoch auf den Berg – vermutlich, weil sie unsere Spuren für die ihrer Rallye-Fahrer hielten. Spoiler: taten sie nicht.
Wir kochten lecker, saßen rum und beobachteten die Wüstenmäuse bei ihrem Abendprogramm. Naturkino deluxe.
Nach einem wunderschönen Sonnenaufgang ging’s runter und weiter Richtung Merzouga. Erstmal mussten wir überhaupt die Piste finden und den Einstieg in den trockenen Oued-Ziz-Fluss. Die Hänge waren etwas zu hoch für den Dicken – also erstmal planlos umhergurken. Aber irgendwann: Treffer. Piste gefunden. Erfolg!
Gegen Abend erreichten wir die roten Dünen von Merzouga. Und siehe da: Der Dicke schaffte sogar die großen Dünen. Wir schliefen oben auf dem roten Sand, mit einem unfassbaren Blick – müde, sandig, glücklich.
Fazit: Kein Kompressor, dafür Chorizo, Rallye, Wüstenmäuse und ein Auto, das mehr kann als man ihm zutraut. Läuft.
Mondlandschaft, Sandsturm & kopulierende Katzen
Vom Foum Zguid aus sind wir voller Optimismus auf eine Rundpiste eingebogen. Nach ein paar freundlichen Steinen standen wir plötzlich in einer Mondlandschaft, nur ohne Raumanzug und mit deutlich schlechterer Funkverbindung.
Wir kürzten ab (weil Abkürzungen ja immer eine hervorragende Idee sind) und wechselten auf die Südroute Richtung Erg Chegaga.
Dann kam der Lac Iriqi – trocken wie unsere Lippen nach drei Stunden Sandwind. Zum Glück ein paar Matschpfützen auf der Piste: Endlich sieht der Dicke wieder so aus, wie es sich für ein echtes Reisefahrzeug gehört. Dreck ist schließlich Patina.
Mit dem Sonnenuntergang kam der Sandsturm. Erst romantisch, dann unangenehm, dann apokalyptisch. Alles wurde immer unwirklicher. Wir fanden eine hohe Düne und dachten: Perfekt, Windschutz! Zwei andere Overlander dachten exakt dasselbe. Gruppenkuscheln in der Wüste.
Der Sand war so scharf, dass selbst die Gedanken knirschten. Also schnelle Brotmahlzeit, rein ins Bett, Welt aus.
Am nächsten Morgen: Der Buchanka von Addi & Steffi hatte beschlossen, Teil der Düne zu werden. Ein bisschen schieben, ein bisschen fluchen – zack, Freiheit.
Weiter ging es durch die surreale Landschaft:
Dromedare hier, ein alter Militärposten dort, Wüstenkäfer mit offensichtlich besseren Navigationsskills als wir. Gegenverkehr? Fast keiner. Eine geführte Offroad-Tour und ein niederländischer Toyota – natürlich.
Dann endlich M’Hamid. Treffpunkt der komplett dünenverrückten Irren. Der Ort wirkt wie ein Fiebertraum: Sand stürmt durch alles, ein paar Cafés kämpfen tapfer dagegen an, Esel übernehmen den Lieferverkehr und Katzen vögeln mitten im Restaurant. Willkommen in der Zivilisation.
Weiter nach Zagora, ab in die Palmenoase.
2 Tage, 300 km Piste. Jetzt erstmal: chillen.
Wüste, Wein, Willkür & Kamelgulasch
Kaum angekommen, zeigte die Wüste direkt ihr Begrüßungsprogramm: Sandsturm. Regen. Chaos.
Wir haben das Ganze heldenhaft auf dem Campingplatz überstanden und uns dabei gefühlt wie Profis.
Manchmal trifft man unterwegs Menschen, bei denen man nach drei Sätzen weiß: Die passen. Die bleiben. Die fahren mit.
So geschehen mit Steffi & Addi, stilecht unterwegs im Buchanka. Es war Liebe auf den ersten Blick – zumindest auf Reiselevel – und so beschlossen die beiden kurzerhand, mit uns wieder Richtung Wüste abzubiegen. Vernunft? Hatten wir kurz. Ging aber schnell verloren.
Danach ging es auf die Piste. Und die wurde immer schöner. So schön, dass wir beschlossen: Warum weiterfahren?
Also geblieben, Feuerholz gesägt, Feuer gemacht, Wein geöffnet.
Der Wein war nach dem Abend dann auch… sagen wir mal: emotional verarbeitet.
Am nächsten Tag klassische Aufgabenverteilung:
Die Frau repariert erstmal den Stuhl. Der Mann widmet sich liebevoll den Fettnippeln des Dicken. Mechanik-Romantik vom Feinsten.
Zurück auf die Straße – um sie direkt wieder zu verlassen, denn: Luft ablassen.
Die Feuerstelle war schon im Aufbau, als plötzlich die Polizei vorbeikam und uns bat, unseren Outdoor-Traum zu beenden. Begründung: Nähe zur algerischen Grenze.
Unsere Meinung: maximal willkürlich, schließlich waren es noch entspannte 20 km. Aber gut – Diskussion verloren, Laune kurz beleidigt.
Also wieder auf die Piste, 30 Minuten weiter in die absolute Pampa, dort geschlafen wie gesetzlose Könige.
Am nächsten Tag dann erstmal das Wichtigste: Bier kaufen.
In einem Hotel – denn das Zeug bekommt man hier nicht überall. Wenn man schon zivilisiert ist, dann richtig. Danach ein massiver Einkauf:
👉 Kamelfleisch
👉 Hühnchen
Weil warum nicht?
Dann Kilometer gefressen bis Foum Zguid. Highlight des Tages: Dusche. Fließendes Wasser ist einfach ein Geschenk.
Abends gab’s dann Kamelgulasch und Hühnchen mit Honigsoße. Kulinarisch irgendwo zwischen Beduinenküche und „Wir probieren das jetzt einfach“.
Der Abend? Sehr feucht.
Details sparen wir uns. Würde sonst unglaubwürdig klingen.
Am nächsten Tag mussten wir erstmal akklimatisieren. Körper, Geist und Restalkohol auf einen Nenner bringen.
Morgen? Geht’s wieder auf die Piste. Weil wir offenbar nichts gelernt haben.
